Das Projekt Workkompass Plus ist Gewinner des Hidden Movers Award 2018

Jungen Menschen Zugang zu Bildung und Sprache ermöglichen, ihnen Perspektiven eröffnen und sie bei der Integration unterstützen – all diese Faktoren stehen beim „Hidden Movers“-Wettbewerb im Fokus. Der Hidden Movers Award ist ein Projekt der Deloitte-Stiftung zur Förderung der Aus- und Weiterbildung junger Menschen in Deutschland. In diesem Jahr prämierte die Stiftung bereits zum neunten Mal innovative gemeinnützige Bildungsprojekte und Organisationen, die noch weitgehend unbekannt, aber aussichtsreich sind. Von den 118 eingegangenen Bewerbungen haben sich die Projekte „WorkKompass Plus” und „nyendo.lernen: Social-Entrepreneurship-Education@School – Bundesweiter Transfer“ durchgesetzt und gewonnen. Mehr

Mit dem Projekt WorkKompass Plus werden junge Geflüchtete zwischen 18 und 27 Jahren durch Workshops, Seminare und Begleitung unterstützt, integriert und für den Arbeitsmarkt qualifiziert. Durch erfahrene Mitarbeiter*innen und Paten mit ähnlicher Migrationsgeschichte sowie Experten (Sozialpädagogen, Psychologen und Juristen etc.) werden sie professionell begleitet und in einen Beruf vermittelt. Patenschaften und Netzwerke, die durch das Projekt entstehen, gewähren den Geflüchteten nachhaltige Unterstützung und leisten einen Beitrag zur kulturellen Vielfalt. Von dem Projekt profitieren sowohl Arbeitgeber*innen als auch Arbeitnehmer*innen.

Informationen zu den aktuellen Daten (2019) und Indikatoren zur Arbeitsmarkintegration im Rahmen des WKP Projekts. Mehr

Mit dem Projekt WorkKompass PLUS werden afrikanische Geflüchtete zwischen 18 und 27 Jahren mit voraussichtlichem Bleiberecht durch Workshops, Seminare und Begleitung unterstützt, integriert und für den Arbeitsmarkt qualifiziert. Durch erfahrene Mitarbeiter/-innen und Paten mit ähnlichem Migrationsgeschichte sowie Experten (Sozialpädagogen, Psychologen und Juristen etc.) werden die Neuankömmlinge professionell begleitet und in einen Beruf vermittelt. Patenschaften und Netzwerke, die durch das Projekt entstehen, gewähren den Geflüchteten nachhaltige Unterstützung und leisten einen Beitrag zur kulturellen Vielfalt. Von dem Projekt profitieren sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer*innen.

Das Projekt WorkKompass Plus startete im Februar 2017. Seitdem wurden 78 Geflüchtete durch unser Projekt unterstützt. Die intensive Einzelbetreuung steht dabei im Vordergrund. Jede/r Teilnehmende bekommt einen individuellen Weg in den Arbeitsmarkt aufgezeigt und die jeweilige Unterstützung des Projekts, um diesen erfolgreich zu gestalten. Zu Beginn werden mit allen Teilnehmenden Einzelgespräche geführt, um ihre Situation, ihre Qualifikation und ihre Wünsche aufzunehmen und für jeden seinen Weg in eine nachhaltige Beschäftigung zu finden. Sie werden über ihre Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt aufgeklärt und darüber informiert, was von den Arbeitgebern erwartet und gefordert wird. Jedoch auch welche Rechte sie als Arbeitnehmer*innen haben. Es werden nicht nur bürokratische Hürden überwunden, sondern auch ganz praktisch Lebensläufe zusammen erstellt, der Umgang mit dem PC gelernt und Vorstellungsgespräche geprobt. Wir erarbeiten gemeinsam, ob ein Schulabschluss nachgeholt werden sollte, Abschlüsse vollwertig anerkannt werden, sich um eine Ausbildung beworben wird, oder sich die Teilnehmenden in einer unserer Qualifikationen wie zum Beispiel im Gabelstaplerkurs oder in der Unterrichtung im Bewachungsgewerbe fortbilden lassen, um nicht als ungelernte Arbeitskräfte in Helfertätigkeiten ohne Perspektive vermittelt zu werden. Ziel ist es, so nachhaltig wie möglich zu agieren und möglichst wenige bis keine Teilnehmer*innen in „ungelernte“ Arbeit zu vermitteln. Durch den gleichzeitigen Aufbau eines breitflächigen Netzwerkes in Köln, bestehend aus Arbeitgebern, Behörden und Unterstützungsanbietern ist es uns gelungen eine effektive und nachhaltige Arbeitsvermittlung zu ermöglichen.

Einige Teilnehmer*innen, die sich von uns eine schnelle Jobvermittlung erhofften, mussten wir erst einmal darüber aufklären, dass kurzfristige „ungelernte Jobs“ mehrheitlich mit wenig Verdienst nicht erstrebenswert sind, zumal die Geflüchteten sehr jung sind und noch ein ganzes Arbeitsleben vor ihnen steht.

Ein wichtiger Punkt bei unserer Betreuung ist das Kommunikationstraining. Wir haben in der berufsbezogenen Kommunikationsfähigkeit erhebliche Defizite festgestellt, die in „klassischen“ Sprachkursen nicht behoben werden können. Aus diesem Grund haben wir ein spezielles Kommunikationstraining konzipiert und organisiert. Durch das Teilprojekt WorkKompass-Tandem, welches durch die IHK gefördert wird, üben unsere TeilnehmerInnen in sogenannten Sprachtandems Stellenangebote zu lesen und zu verstehen, einen Lebenslauf zu erstellen, Telefongespräche mit potentiellen Arbeitgebern zu führen, Bewerbungen selbstständig zu gestalten, und Vorstellungsgespräche in Rollenspielen zu üben. Dies stärkt das Selbstvertrauen der jungen Migranten und hat einen großen praktischen Nutzen. Die TeilnehmerInnen konnten in der Folge viel selbstsicherer agieren und manche konnten sich bereits selbständig auf Arbeits- und Ausbildungssuche begeben.

Das Projekt WorkKompass Plus 2018:

Im Jahr 2018 wurden bisher 48 Geflüchtete durch die Leistungen der Projekte unterstützt.

Somit liegt das Projekt über der angestrebten Teilnehmerzahl von 30 in 2018. Dies belegt den großen Bedarf für ein Konzept wie WorkKompass Plus und WorkKompass Tandem.

Die Unterstützung reichte von der Erstberatung mit Zielabklärung und eventueller Weitervermittlung an geeignete Maßnahmen bis zur erfolgreichen Vermittlung von Arbeits- oder Ausbildungsplätzen. Von den Teilnehmenden kamen 54% aus Eritrea, 21% aus Nigeria, 13% aus Äthiopien und 13% aus sonstigen Herkunftsländern. Der größte Teil wohnt in Köln (73%) oder Bergisch Gladbach (18%).  Die meisten TeilnehmerInnen nahmen die intensive Betreuung durch die Tandemförderung 2018 wahr und konnten ihre Kommunikationsfähigkeiten signifikant verbessern.   

Unsere Erfahrungen aus der Tandemarbeit möchten wir gerne mit anderen haupt- und ehrenamtlichen UnterstützerInnen teilen. Wir haben einen Wegweiser für die direkte Arbeit mit Geflüchteten erstellt, der Tipps und Anregungen für Interessierte geben soll. (12 Tipps)

Wir werden die Tipps laufend ergänzen und nehmen Anregungen und Ergänzungen von Ihrer Arbeit gerne auf und bedanken uns für ihre Mitwirkung im Voraus.

Stand der Arbeits- und Ausbildungsvermittlungen

In der Zeit haben es zwei Teilnehmer durch die gute Vorbereitung des Projektes geschafft, eine Einstiegsqualifizierung (EQ) bei Ford zu bekommen. Ein weiterer Teilnehmer freut sich über eine EQ bei den Sozialbetrieben Köln, sowie als Fachkraft Lagerlogistik bei DB Schenker und alle vier möchten danach die Chance auf eine Ausbildung ergreifen. Für eine sozialversicherungspflichtige Anstellung im Servicebereich der Uniklinik Köln konnte sich ein anderer Geflüchteter erfolgreich bewerben. Ein weiterer Teilnehmer arbeitet nun bei Boeser Frischfleisch GmbH als Elektriker und zuletzt konnte eine Vollzeitanstellung in einer Polsterei gefunden werden. Weitere Erfolge sind die Ausbildungsvermittlung zum Elektriker und zur Fachkraft Lagerlogistik sowie die Vermittlung von diversen Praktika- und Aushilfsstellen, die der sprachlichen und fachlichen Förderung dienen.

Gegenwärtig finden die Weiterbildungen für den Gabelstaplerschein und die Security Unterrichtung für 12 Personen auf Hochtouren und werden voraussichtlich im Dezember 2018 beendet werden. Die Teilnehmer werden in Seminaren sowohl theoretischen als auch praktisch auf das neue Berufsfeld vorbereitet und nach der Qualifizierung in eine nachhaltige Arbeit vermittelt. Unser Ziel ist es in der anschließenden Vermittlungsphase alle TeilnehmerInnen in eine sozialversicherungspflichtige Anstellung, in dem von Ihnen gewählten Arbeitsbereich, zu integrieren bevor wir im Februar 2019 mit der nächsten Förderphase beginnen.

Wir bedanken uns bei der Rheinenergie Stiftung, der IHK Stiftung und dem Erzbistum Köln für die freundliche Unterstützung.

 

Stand 2020

Zwischenbericht WorkKompass Plus:

Mit dem Projekt WorkKompass Plus wurden innerhalb des letzten Projektzyklus vom 01.02.2020 bis 31.07.2020 insgesamt 25 Teilnehmende durch Einzelberatungen, Qualifizierungs- und Fortbildungsmaßnahmen und Begleitung/Vermittlung unterstützt. Von allen Teilnehmenden wurde das Angebot dankend angenommen und hat in vielfältiger Weise zu Erfolgen geführt. Beginnend bei der Aufklärung über die Bedeutung von Sprachkenntnissen sowie Kommunikationskompetenzen mit Bezug zum Arbeitsmarkt bis zur erfolgreichen Vermittlung von Qualifizierungs-, Ausbildungs- und Arbeitsplätzen. Das Feedback der Arbeitgeber*innen untermauerte diesen Eindruck und vielfach wurde auf die außergewöhnliche Kompetenz im Vorstellungsgespräch der Teilnehmenden hingewiesen. Weiterhin sind die Teilnehmenden durch die Qualifizierungen und Workshops während WorkKompass Plus in der Lage sich bei Problemstellungen häufig selbstständig zu helfen, was einen nachhaltigen Erfolg von Arbeits- und Ausbildungsverhältnissen garantiert.

Bestätigt wurde, dass die effiziente Einzelbetreuung und die Vernetzung sowie Qualifizierung durch die ehemaligen Geflüchteten zu einer konkreten und schnellen Verbesserung der Chancen auf dem Arbeitsmarkt der Teilnehmerinnen geführt hat.

Umsetzung unter den Einschränkungen durch die Corona-Krise:

1. Digitale Angebote
Migrafrica hat als Organisation bereits Anfang des Jahres 2020 entscheidende Weichen zur Digitalisierung unserer Angebote angestoßen. Dazu gehören die Nutzung eines Projektmanagement Tools zur ortsunabhängigen Tätigkeit aller Mitarbeiter*innen sowie die Anschaffung diverser Endgeräte, die sich Teilnehmende ausleihen können. Der in der vorherigen Projektphase durchgeführte Computerkurs stellt hier eine wichtige Grundlage zur Weiterführung des Projektes unter den Corona-Einschränkungen.
So konnte der Großteil der Beratungstätigkeit digital weitergeführt werden. Dafür wurden, je nach technischer Ausstattung der Teilnehmenden (Smartphone, Laptop, Tablet etc.) gängige Software für Videokonferenzen und gemeinsamer Bearbeitung von Dokumenten genutzt: ZOOM, Microsoft Teams, Skype, Telegram, Whatsapp usw. Die Umstellung erforderte eine gewisse Gewöhnungszeit sowohl bei TN als auch Mitarbeitenden, hat sich jedoch relativ schnell etabliert, sodass auch die Erstellung von Bewerbungsunterlagen oder das Trainieren von Bewerbungsgesprächen in Videocalls geübt werden konnte. Einige Vorstellungsgespräche der TN fanden in der Corona-Zeit ebenfalls per Videotelefonie statt. So konnten die TN hier ideal vorbereitet werden. Nach den Lockerungen für Bildungsinstitutionen und der Bestätigung der „Systemrelevanz“ durch das Kommunale Integrationszentrum konnten wir unsere Räumlichkeiten, unter Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln sukzessive wieder öffnen und auch die persönliche Beratung wieder aufnehmen. Den TN war es hier freigestellt, ob sie weiterhin digital arbeiten möchten oder persönliche Termine wahrnehmen.

2. Erhöhter Beratungsbedarf zu Kurzarbeitergeld und Arbeitslosengeld I sowie Kündigungen

Während wir (das Projektteam) zu Beginn der Corona-Einschränkungen kaum Veränderungen oder erhöhte Bedarfe wahrgenommen haben, kamen ab Mitte/Ende März sehr viele Anfragen von Geflüchteten, insbesondere auch von ehemaligen TN auf uns zu. Die TN waren verunsichert und benötigten vor allem Beratung zu Kurzarbeitergeldregelungen, zur Beantragung von Arbeitslosengeld I im Falle von Kündigungen und hatten allgemein große Sorgen, was ihre berufliche Zukunft angeht. Wir konnten in einem gemeinsamen Kraftakt von Verein und Projekt als Beratungs- und Anlaufstelle fungieren und haben regelmäßig zu den genannten Themen beraten und bei Antragsstellungen unterstützt.

Im Rahmen des Projekts konnte im Zeitraum vom 02.04. – 17.07.2020 erneut ein Gabelstaplerqualifizierungsangebot angeboten werden, das aus einer theoretischen Vorbereitung in Seminarform und eines Praxistages bestand. Die Maßnahme musste zwar durch die Corona-Einschränkungen zeitweise unterbrochen werden, konnte jedoch nach den Lockerungen für gemeinnützige Organisationen und Bildungsinstitutionen weitergeführt werden, sodass alle 9 Teilnehmer die Prüfungen bei der CITY Fahrschule Köln erfolgreich abschließen konnten.

Für die kommende Qualifizierungsphase wurden bereits 20 Teilnehmer*innen beraten und als Teilnehmende für den kommenden Zyklus 2020 II aufgenommen.

Wir bedanken uns bei der Rheinenergie Stiftung für die freundliche Unterstützung.

 

Beginnen Sie mit der Eingabe und drücken Sie Enter, um zu suchen