Auch in diesen außergewöhnlichen Zeiten, in der die Welt stillzustehen scheint, das öffentliche Leben stagniert und der Alltag vieler Menschen komplett auf den Kopf gestellt wurde, geht die Klimakrise weiter. Durch den teilweisen Rückzug des Menschen hat sich die Natur ein „Stückchen Platz“ zurückgeholt und Wildtiere erweitern ihre Territorien. Auch wenn die Lockdowns zu geringerem Straßenverkehr und somit zu weniger CO2-Ausstoß geführt haben, hat sich die Natur noch lange nicht erholt. Es finden weiterhin extreme Wetterereignisse weltweit statt, von den einige Länder stärker betroffen sind als andere. Weltweit werden Existenzen von Menschen zerstört und bedingen Migration.
Umso wichtiger ist es die Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit im Bereich Umwelt und Nachhaltigkeit fortzuführen, Organisationen und Individuen auf diesem Feld fortzubilden und mit dem Multiplikator*inneneffekt eine größere Reichweite von Menschen von der Dringlichkeit und Wichtigkeit des Umweltschutzes zu überzeugen.

Daher bieten wir in den Projektjahren 2021 und 2022 das Projekt Green Agents an, welches sich an Vertreter*innen von migrantischen Organisationen aus NRW sowie an andere an Umwelt und Nachhaltigkeit interessierte Menschen mit oder ohne internationaler Geschichte, die bereits etwas Vorwissen im Schulungsbereich mitbringen, richtet.

Dem beantragten Projekt Green Agents geht das Projekt GreenUp Plus voraus, welches im Projektzeitraum Januar 2019 bis Dezember 2020 durchgeführt wurde. Im Verlauf des Projektes GreenUp Plus hat sich gezeigt, dass seitens der migrantischen Organisationen ein hoher Bedarf besteht, sich in den Bereichen Umwelt und Nachhaltigkeit und der Umsetzung von Projekten in diesen Bereichen fortzubilden. Im Rahmen des Projektes GreenUp Plus wurde diesem Bedarf in Workshops begegnet, in denen Vertreter*innen von Organisationen Basiswissen zu diesen Themen vermittelt wurde. Jedoch gab der finanzielle und zeitliche Rahmen des Projektes es nicht her, dass die Vertreter*innen von migrantischen Organisationen ihre Funktion als Multiplikator*innen vollständig ausführen konnten. An diesem Punkt soll das Projekt Green Agents ansetzen und die migrantischen Organisationen mit einem speziell auf sie zugeschnittenen Programm umfassend zu Multiplikator*innen für Umwelt und nachhaltige Entwicklung fortbilden.

Besonderes Augenmerk legen wir dabei auf die SDGs (Agenda 2030) der UN und die damit zusammenhängenden globalen Hintergründe von Flucht und Migration und zeigen neue Perspektiven auf. Ferner beleuchten wir die Ursachen und Auswirkungen der Klimakrise sowie Möglichkeiten ihr sozialgerecht und im Sinne der globalen Klimagerechtigkeit entgegenzuwirken. Migrantische Organisationen nehmen eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung der Agenda 2030 ein, da sie die internationale Zusammenarbeit zwischen Globalen Norden und Globalen Süden stärken können. Migrantische Organisationen verfügen meist über ein breit aufgestelltes Netzwerk von Geflüchteten und Migrant*innen sowie anderen Organisationen auf lokaler Ebene. Zudem sind sie auch international vernetzt und pflegen meist direkten Kontakt zu Institutionen in ihren Herkunftsländern. Migrantische Organisationen können somit durch ihre internationale Vernetzung und ihren direkten Zugang zu Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte sowohl als Multiplikator*innen agieren als auch interkulturellen Austausch und internationale Zusammenarbeit stärken. Mit dem Projekt Green Agents wollen wir auf dieses Netzwerk zugreifen und möglichst viele an Umwelt und Nachhaltigkeit interessierte Menschen und Organisationen noch effektiver unterstützen. Durch Wissensvermittlung in den Bereichen Umwelt und Nachhaltigkeit sowie Empowerment fördern wir die Multiplikator*innenfunktion von migrantischen Organisationen, stärken gesellschaftliche und politische Dialog- und Beteiligungsprozesse und Netzwerkbildung und tragen damit aktiv zur Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen bei.

Das Projekt Green Agents gliedert sich in zwei einjährige Projektphasen. Insgesamt sollen in dem 2-jährigen Projektzeitraum bis zu 30 Vertreter*innen von migrantischen Organisationen, bis zu 40 Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte und bis zu 10 Projektteilnehmende aus der Mehrheitsgesellschaft erreicht werden. Durch das Zusammenkommen der unterschiedlichen Zielgruppen kann interkultureller Dialog und Austausch gefördert werden, während das gemeinsame Interessenfeld “Umwelt und Nachhaltigkeit” hier eine Brückenfunktion einnimmt.

Die Maßnahme setzt sich aus einer Schulung im Bereich Umwelt und Nachhaltigkeit zusammen mit dem Ziel, Vertreter*innen von migrantischen Organisationen auf diesem Themengebiet zu professionalisieren und zu empowern sowie Grundlagen der Digitalkommunikation zu vermitteln. Die Vertreter*innen von migrantischen Organisationen werden zu Multiplikator*innen für Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung und somit zu sogenannten Green Agents fortgebildet.
Die Aktivitäten bestehen aus Seminaren, Exkursionen, einem praktischen Schulungsteil sowie der Eröffnung einer Digitalplattform und eines Netzwerks nachhaltig ausgerichteter Organisationen. In dem praktischen Schulungsteil erhalten die TN die Möglichkeit in Form einer Projektwerkstatt, Projektideen mit Bezug zu Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen zu entwickeln. Zweitens werden die TN selbst eine gemeinsame Veranstaltung zum Themenfeld Umwelt und Nachhaltigkeit unter fachlicher und organisatorischer Begleitung des Green Agents Teams planen und durchzuführen.
Für alle anderen an Umwelt und Nachhaltigkeit interessierten Menschen mit und ohne internationaler Geschichte bieten wir Vertiefungsworkshops zu ausgewählten Umweltthemen an.

Der erste Teil der Maßnahme des Projektes Green Agents startet im März 2021 und endet im Dezember 2021. Die Maßnahme für die zweite Projektgruppe ist für den Zeitraum März 2022 bis Dezember 2022 geplant.

Unter strenger Einhaltung unseres Schutz- und Hygienekonzeptes, der Beachtung der Abstands- und Hygieneregeln und der jeweils aktuellen Richtlinien zur Durchführung von
Bildungsveranstaltungen und Regeln zur Eindämmung des Corona-Virus des Landes NRW
planen wir die Fortbildungsangebote nach Möglichkeit analog anzubieten. Sofern keine analogen Bildungsveranstaltungen oder nur solche mit stark begrenzter TN-Zahl
erlaubt sind, wird das Fortbildungsprogramm in hybrider oder komplett digitaler Form angeboten.

Anmeldung unter: santana@migrafrica.org

Wir bedanken uns bei der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen für die freundliche Unterstützung.

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